© www.transnetbw.de/de/ultranet
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Versorgungs-Netze:

 

Für Strom, Erdgas, teilweise auch für Mineralöl und Wärme sind Leitungssysteme vorhanden oder im Bau, die für den

räumlichen Ausgleich zwischen Bereitstellung und Nachfrage sorgen.

So soll z.B. relativ kontinuierlich erzeugter See-Windstrom von der Küste nach Süddeutschland transportiert werden. Dafür werden Hochspannungs-Gleichstromleitungen (HGÜ) gebaut (siehe Plan Transnet), die streckenweise im Boden verlegt werden.

 

Diese Vorhaben sind aus verschiedenen Gründen umstritten, u.a. auch deswegen, weil sie bisher nicht mit einem Plan zum dezentralen Speicherausbau zur Netzregulierung abgestimmt sind.

 

Besonders der westliche und der östliche Korridor (Fernleitung) sind umstritten, weil diese Projekte im Verdacht stehen, vorrangig der Übertragung von Braunkohlestrom zu dienen.

Einige geplante Fernleitungen dürften bei umfassender und mit dem Speicherausbau kordinierter Planung unnötig sein.

 

Für den Fall regionaler Unterversorgung bzw. Überschuss bei der Bereitstellung sind die Übertragungsnetze auch in Zukunft notwendig, soweit nicht lokale und regionale Speicher gemeinsam mit IT-gesteuertem Lastmanagement für zeitlichen Ausgleich zwischen Bereitstellung und Verbrauch sorgen können.

 

© Umweltbundesamt: Übertragungsnetz  2008
© Umweltbundesamt: Übertragungsnetz 2008

Struktur der Versorgungsnetze:

 

Besonders die Struktur der Stromnetze ist traditionell zentral:

Ausgehend von großen Kraftwerksstandorten und Umspannstationen wurde seit einem Jahrhundert Strom in nur einer Flussrichtung über die Netze an Verbraucher verteilt.

 

Übertragungsnetze sind Hochspannungsnetze, Verteilnetze sind die örtlichen Netze mit 230/400V Spannung.

 

Seit Beginn der Energiewende (ca. 2000) fließt Strom wechselnd in beiden Richtungen durch die Netze: Millionen privater Stromproduzenten (PV, Wind etc.) speisen dezentral (übers ganze Land verteilt) ins Netz ein. Dieser Strom wird zum Teil im regionalen Umfeld gleich verbraucht, das Übrige muss überregional ausgeglichen werden.

 

Die Übertragungs- und die Versorgungsnetze werden künftig dem regionalen und überregionalen Ausgleich zwischen Bereitstellung und Verbrauch in wechselnden Richtungen dienen müssen. Das trifft in geringerem Maß auch auf die Erdgasnetze zu, in die Biomethan und ptg-Methan eingespeist werden wird.

 

Die Netzbetreiber müssen die Übertragungsnetze und lokalen Versorgungsnetze dafür teilweise umbauen.

Netze mit zellularer Struktur werden auch aus Gründen der Ausfallsicherheit angestrebt.

 

 

 

System Crailsheim © www.itw.uni-stuttgart.de
System Crailsheim © www.itw.uni-stuttgart.de

Wärmenetze sind nur im lokalen Bereich sinnvoll, weil auch bei bester Wärmedämmung der Rohre auf langen Strecken zu viel Wärme an die Umgebung verloren geht.

 

Wärmenetze werden jeweils von einer oder mehreren Heizzentralen gespeist und versorgen ganze Dörfer oder Stadtteile.

 

Wärmenetze, besonders solche, die aus regenerativen Energiequellen gespeist werden, benötigen meist mehrere sehr große Wärmespeicher, die zum Teil saisonal wirksam sind (Sommer-Winter). Ortsnetze dieser Art in Deutschland und Dänemark sind seit Jahren in Betrieb.

 

 

 

© www.onetz.de
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Örtliche Wärmenetze mit regenerativer Energiebereitstellung sind langfristig versorgungssicher, preiswert und unabhängig von Weltmarktpreisen für fossile Brennstoffe.

 

Die Anlagen sind auf Betriebsdauern von 60 und mehr Jahren ausgelegt.

 

Sie machen die Bereitstellung von klimafreundlicher Wärme für die Hausbesitzer wesentlich einfacher und preisgünstiger als bei individuellen Heizanlagen in Einfamilienhäusern.

Hier lesen Sie mehr über den Nutzen der Wärmenetze für die Bürger.

 

 

© www.pewo.com
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Bei einem Wärmenetz ersetzt im Einzelhaus die Haus-Übergabe-Station die bisherige Heizzentrale. Dadurch werden zusätzliche Räume frei. Die Haus-Übergabe-Station hat ungefähr die Abmessungen eines großen Zählerschranks an der Wand.

 

Darin wird in zwei Wärmetauschern (schwarz im Bild) die Wärme aus dem Netz  übertragen auf

- die Warmwasserleitung (Küche und Bad) und auf
- die Heizwasserleitungen zu den Heizkörpern.

 Die Wärmetauscher garantieren eine hygienische Warmwasserbereitung.